Historisches Sachsen
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Beschreibung
Reinsberg entstand Mitte des 12. Jahrhunderts in Verbindung mit der Gründung des Klosters Altzella und dem Auffinden von Silbererzen im Raum Freiberg. Bereits 1197 Sitz eines ritterlichen Herrengeschlechts, zeugen noch heute die Schlösser in Reinsberg und Bieberstein von ehemals herrschaftlichen Zeiten.
Es war wohl der für damalige Zeiten schwer zugängliche Steilhang über der Bobritzsch, der für einen deutschen Ritter Anlass war, den festen Sitz "Reginsberg" zu errichten. Von der ungeschützten Ostseite her sicherte die Burg ein tiefer Graben, welcher nur durch eine Zugbrücke zu überwinden war. Ein mächtiger Torturm überragte den Bau. Im Schutze dieser Burg entstand später das Dorf Reinsberg. Deshalb finden wir noch heute in der unmittelbaren Nähe des Schlosses die ehemals wichtigsten Gebäude des Ortes: die Kirche, das Pfarrhaus, das Rittergut, den Gasthof und die Schule.
Die früheren Besitzer waren die Herren von Reinsberg, deren Geschlecht schon im 12. Jahrhundert beträchtliche Besitzungen hatte. Doch die Herrschaft der Reinsberger dauerte nicht lange. Bereits im 14. Jahrhundert überließ Berndt von Reinsberg einen größeren Teil den Schönbergern, die im Jahre 1411 auch noch den Rest des Stammsitzes übernahmen. Somit ging die Burg in den Besitz dieses bedeutenden sächsischen Adelsgeschlechts über, das mehr als 500 Jahre auf dem Schloss Reinsberg residierte, bis 1945 der damalige Rittergutsbesitzer, Wolf-Erich von Schönberg, enteignet wurde.
1572 trennten die Brüder Lorenz und Haubold von Schönberg die Herrschaft in Ober- und Niederreinsberg. Mit der Trennung teilten sie auch das Schloss auf und versahen es mit zwei Zugängen. 1816 hob man die Zweiteilung des Schlosses jedoch wieder auf.
Der Dreißigjährige Krieg setzte dem Schloss Reinsberg schwer zu. Unter Marschall Holk stürmten kaiserliche Truppen das Schloss und zerstörten es weitestgehend. Beim Neubau trug man jedoch den gestiegenen Wohnbedürfnissen der Familie von Schönberg Rechnung und vollzog den Übergang vom Burgenzeitalter zur Schlossbauperiode.
Das Schloss hat einen unregelmäßigen, dem Gelände angepassten Grundriss. Der Zugang führt über eine zweibogige Brücke zu einem auffallend mächtigen und dominanten Rundturm. Die spätgotische Schlosskapelle gleich neben dem Rundturm stammt aus der Zeit des beginnenden 16. Jahrhunderts, der Südflügel ist von 1824. Obwohl die Fassaden einfach gehalten und nahezu schmucklos sind, begegnet dem Besucher mit der unregelmäßigen Bebauung, den Erkern und Türmen doch eine malerische Anlage. Gegenüber dem Eingang des Schlosses befinden sich die Gutsanlagen. Eine Parkanlage schließt sich südlich und westlich des Schlosses an.
Nach dem 2. Weltkrieg nutzte die SED-Parteiführung das Gebäude als Parteischule. Später richtete man ein Betriebsferienheim und ein Hotel ein. Leider steht das Schloss nunmehr seit Jahre leer. Nach 1990 sind alle Bemühungen, das Schloss einer erfolgreichen Nutzung zuzuführen, gescheitert. Es bleibt zu hoffen, dass der geschichtsträchtige Bau eines Tages doch noch mit Leben erfüllt wird.
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Bildergalerie
Südost-Front des Schlosses mit Rundturm
Nordfront mit Graben
www.historisches-sachsen.net
Stand: 01.11.2009