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Beschreibung
Eine Sage erzählt, dass einst in den Bächen um Bieberstein eine große Anzahl von Bibern gehaust haben soll, weshalb Jäger in die damalige Wildnis eindrangen und sich diese unter dem jetzigen Schlossberg angesiedelten. Eine andere Sage leitet den Namen vom hier vorkommenden sogenannten "Bieberstein" ab. Mit Gewissheit lassen sich beide Theorien nicht eindeutig zuordnen.
Die Gründung Biebersteins, einem Ortsteil von Reinsberg nördlich von Freiberg, steht - wie auch die Gründung anderer Ortschaften der Gegend - in Verbindung mit der Gründung des Klosters Altzella und dem Auffinden von Silbererzen um Freiberg. Der genaue Zeitpunkt der Gründung des Ortes lässt sich nicht mehr eindeutig bestimmen. Im Zusammenhang mit der erstmaligen Erwähnung des Nachbarortes Krummenhennersdorf im Jahre 1156 wird jedoch auch Bieberstein benannt. Krummenhennersdorf war damals zur Hälfte Biebersteiner Besitz. Demzufolge muss Bieberstein schon früher entstanden sein.
Tatsächlich existiert eine erste urkundliche Erwähnung der Herren von Bieberstein bereits aus dem Jahr 1218. Offensichtlich wurde die erste Burg schon in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts gegründet.
Der Landesausbau in dieser Gegend erfolgte im Wesentlichen unter der Regie der Markgrafen von Meißen. Die Erbauer Biebersteins gehörten jedoch nicht zum wettinischen Dienstadel, sondern waren edelfrei. Da sich die Dynastenfamilie von Bieberstein nicht in die wettinische Abhängigkeit begeben wollten, verkauften sie in der 2. Hälfte des 13. Jahrhundert ihre Besitzungen und wandten sich nach Osten zu. Nachfolgende Besitzer waren die dem Markgrafen treu ergebenen Herren von Maltitz.
Bereits 1349/50 bestand ein altes und ein neues Schloss, von denen jedes seine eigenen Fluren hatte. Aus einer Urkunde von 1435 geht die gemeinsame Nutzung der in Ober- und Niederbieberstein getrennten Burg durch eine Erbengemeinschaft hervor.
Im 16. Jahrhundert gehörte die Anlage den Marschällen von Bieberstein, die nicht mit den Herren von Bieberstein aus dem 13. Jahrhundert verwandt sind. Angehörige sind auf der Burg Gnandstein, in Frohburg, im Raum Döbeln und in Bieberstein nachzuweisen. Die Familie bekleidete bei den Herren der Markgrafschaft Meißen das erbliche Marschallamt und nahm dieses schließlich in den Familiennamen auf. Seither nennt sich diese Familie "Marschall von Bieberstein".
Die Teilung der Herrschaft Bieberstein blieb auch nach dem Tod der Marschälle bestehen. Während das obere Schloss nach dem Tod von Christoph Marschall von Bieberstein 1597 an Dietrich von Truchsess überging, gehörte Niederbieberstein weiterhin den Marschällen von Bieberstein, von denen es an die reiche Freiberger Patrizierfamilie von Alnpeck gelangte. Erst Moritz von Schönberg konnte 1630 durch Kauf die beiden Burgteile in seiner Hand vereinigen.
Gotthelf Friedrich von Schönberg ließ 1666 den größten Teil des oberen Schlosses bis auf die Grundmauern abbrechen und in seiner heutigen Grundform neu errichten. Das Schloss, an den mittelalterlichen Wehrturm angefügt, stellt einen dreigeschossigen rechteckigen Bau mit Walmdach dar. Es weist außer einem Dachaufbau mit Bogengiebel zur Betonung der Mittelachse keine besonderen Architekturformen auf.
1710-20 wurde das Schloss nochmals verändert: Die zweiarmige Freitreppe an der Westseite und das Treppenhaus stammen aus dieser Zeit. Durch die barocke Haustür betritt man eine weiträumige gewölbte Eingangshalle, an die sich linkerhand das Treppenhaus anschließt. Die Wohnräume an der Ostseite schmücken prächtige Stuckdecken.
Die niedere Burg war auf Grund ihrer Lage verteidigungsseitig ungünstiger zu sehen. Bereits nach dem Erwerb durch Moritz von Schönberg fand man für das Bauwerk keine weitere Verwendung, so dass es ungenutzt blieb und verfiel. Auf seinen Grundmauern steht heute das Eremitorium, das Motive barocker Grotten nachahmt.
1807 ging Bieberstein durch Heirat einer Erbtochter von Schönberg an den königlich-sächsischen Amtshauptmann Johann Carl Ludwig von Schröter. 1929 erwarb Ursula von Winckler den Besitz und behielt ihn bis zur Bodenreform. Dann wurden im Schloss Notwohnungen und später eine Jugendherberge eingerichtet.
Seit 1998 befindet sich Schloss Bieberstein im Privatbesitz der preußischen Adelsfamilie Rogalla, die sich im 18. Jahrhundert den Beinamen "von Bieberstein" zulegte. Der Name hat jedoch nichts mit dem Bieberstein in Sachsen zu tun.
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Schloss Bieberstein
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Stand: 01.11.2009