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Beschreibung
Etwas abseits vom Pirnaer Stadtzentrum und den Blicken der Allgemeinheit entrückt, versteckt sich hinter hohen Bäumen ein altes Schloss. Mehrere Jahre war das Gelände mit einem Bauzaun abgesperrt, denn das Schlossgebäude überließ man in den vergangenen Jahren weitestgehend seinem Schicksal. Doch 2011 begann ein Privatinvestor, der Schloss Zehista erworben hatte, mit Sanierungsarbeiten. Zwischenzeitlich sind in dem historischen Gebäude mehrere Wohnungen eingerichtet.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Zehista an der Straße zur Tschechischen Republik erfolgte 1355 anlässlich einer "Güterberainung". 1390 erhielten die Dohnaer Burggrafen Schloss und Dorf als Lehen. Schließlich gingen sie 1561 in den Besitz von Christoph von Schönfeld über.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Schloss zeitweise Hauptquartier des schwedischen Generals Johann Baner, dessen Soldaten Pirna belagerten. In diese Zeit (1639) sprach man auch vom "Pirníschen Elend", hervorgerufen durch Plünderungen und Brandschatzungen der Soldaten. Der Pirnaer Apotheker Theophilius Jacobäer schaffte es schließlich, mit einem von der sächsischen Kurprinzessin Magdalena Sibylle von Brandenburg-Bayreuth, einer Freundin der schwedischen Königin, unterzeichneten Schutzbrief bei Baner Fürbitte zu leisten und bewahrte somit die Stadt Pirna vor der vollständigen Zerstörung.
Nach der Versteigerung des verschuldeten Rittergutes 1647 übernahm 1651 der Verteidiger der Pirnaer Festung Sonnenstein, Obristleutnant Johann Siegmund von Liebenau, das Zehistaer Schloss. Der Herr zögerte nicht lange und ließ seinen neu erworbenen Besitz repräsentativ ausbauen. Von den prachtvollen Renaissancegiebeln ist heute jedoch nichts mehr zu sehen. Sie wurden nach 1945 zerstört. Später kam Oberstallmeister Graf Johann Adolf von Brühl, Bruder des späteren sächsischen Premierministers Heinrich von Brühl, zu dem Anwesen. Er nahm ab 1736 umfangreiche Umbauten am Schloss vor, errichtete den Schlossturm und stiftete die Schlosskirche, die späteren Kriegseinwirkungen zum Opfer fiel.
Nach mehreren Besitzwechseln kaufte Alexander von Rex 1820 das Zehistaer Schloss, das bis zur Enteignung der Familie 1945 bei seinen Erben bleiben sollte. Bei den anschließenden baulichen Veränderungen zur Einrichtung von Umsiedlerwohnungen ging der eigentliche Schlosscharakter durch den Abriss von Gebäudeteilen jedoch verloren.
Das Schloss weist einen Hauptflügel und zwei Vorbauten auf. Der rechte stammt noch vom ursprünglichen Schloss, wurde aber um eine Etage erweitert. Der linke ist neueren Datums und stellt das sogenannte Treppenhaus dar. Im Westen schließt sich an den Hauptflügel der gewaltige Turm an. Vom Boden bis zum 1. Obergeschoss ist dieser quadratisch, von da an achteckig. Er wird bedeckt von einem kuppelförmigen Dach, auf dem sich eine Aussichtsplattform befindet.
Am Schloss haben sich zwei Wirtschaftsgebäude erhalten. Neben dem Torhaus befindet sich die ehemalige zweigeschossige Schmiede mit ihren großen Toreinfahrten. Bemerkenswert ist das schmuckreiche Sandsteinrelief mit dem Doppelwappen des früheren Hausherrn, Johann Siegmund von Liebenau, und seiner ersten Frau, einer geborenen Pflug. Dazu die Jahreszahl "1656". Den Schlosspark mit einer Teichanlage im Seidewitztal legte Alexander Graf von Rex an.
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Bildergalerie
Schloss Zehista vor der Sanierung
www.historisches-sachsen.net
Stand: 01.01.2017