Historisches Sachsen
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Beschreibung
Inmitten von Wermsdorf erhebt sich, umgeben von mächtigen alten Bäumen, das Alte Jagdschloss. Das Schloss hat nie eine so bedeutende Rolle in der Geschichte gespielt, wie das nur wenige Schritte entfernte Jagdschloss Hubertusburg. Auch seine Innenausstattung und Repräsentation waren eher bescheiden. Aber ohne dieses Alte Jagdschloss hätte es die Hubertusburg wohl nie gegeben.
Seit 1565 war die Entwicklung Wermsdorfs sehr eng mit dem sächsischen Herrscherhaus der Wettiner verbunden. Sie erkannten frühzeitig, dass sich die hiesige Gegend hervorragend für ausgedehnte Jagden eignete. Angeregt durch den Wildreichtum der Wermsdorfer Wälder ließ Kurfürst Christian II. in den Jahren 1608-10 auf dem Gelände eines alten Rittergutes ein zweigeschossiges Jagdschloss errichten. Da es sehr einfach war, lehnte es der Kurfürst zunächst ab. 1617-26, unter Kurfürst Johann Georg I., veränderte der Baumeister Simon Hoffmann dann das Schloss im Stil der deutschen Renaissance. An den Nordflügel fügte er den Ostflügel und den ursprünglich kürzeren Westflügel an. Das Obergeschoss des Nordflügels aus Fachwerk wurde abgetragen und in massiver Bauweise erneuert. So entstand eine herrschaftliche Dreiflügelanlage, die den hohen Ansprüchen des Hofes vorerst genügte.
In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges verlor das Gebäude vorübergehend seine Funktion. Erst Kurfürst Johann Georg III. nutzte es wieder als Jagdschloss. August der Starke ließ das Schloss später weiter ausbauen. Von 1696-1716 war Schloss Wermsdorf Sitz des Statthalters von Sachsen, Fürst Egon von Fürstenberg. Nach der Errichtung der Hubertusburg verlor das Alte Jagdschloss aber immer mehr an Bedeutung und diente nur noch als Gästehaus und Unterkunft für die Bediensteten.
Im Jahre 1873, nachdem das Schloss fast 200 Jahre als Sitz verschiedener Verwaltungen gedient hatte, Übernahm es der sächsische König Albert und baute es wieder als Jagdquartier aus. Die Räume dekorierte man mit Gemälden und Jagdtrophäen und zog im Speisesaal eine prunkvoll geschnitzte Holzdecke ein. 1918 wurde die gesamte Einrichtung nach Moritzburg gebracht oder versteigert. Aus den Räumen entstanden überwiegend Wohnungen. Heute beherbergt das Gebäude die Gemeindeverwaltung und einen Reitstall.
Der dreiflügelige Renaissancebau fällt auf durch seine zweigeschossigen Zwerchhäuser mit Volutengiebeln, einen Erker mit kunstvollen Sandsteinarbeiten und den Treppenturm mit Welscher Haube und Laterne.
Der Schlosshof mit seiner großen Linde bietet jährlich an einem Septemberwochenende den Schauplatz für ein zünftiges "Renaissance-Fest".
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Bildergalerie
Jagdschloss Wermsdorf
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Stand: 01.11.2009