Historisches Sachsen
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Beschreibung
Nur ca. 20 km südwestlich der Landeshauptstadt Dresden und ca. 10 km nordwestlich der Kreisstadt Dippoldiswalde, zwischen Tharandter Wald und Osterzgebirge, liegt die Gemeinde Klingenberg mit ihren Ortsteilen, von denen der Ortsteil Ruppendorf eine bemerkenswerte Burgruine aufweisen kann.
Auf Abbildungen des frühen 19. Jahrhunderts sind noch bedeutende Teile der Burgruine erkennbar, die sich einige Jahre später bereits wesentlich verändert darstellen. Die Ursache ist in einem Brand des Vorwerks 1869 zu suchen, der die Wehranlage beschädigte und den Besitzer veranlasste, Steine der alten Wasserburg für den Neubau seiner landwirtschaftlichen Gebäude zu verwenden. Spätere Ergänzungen der Ruinensubstanz führten zu sichtbaren Abweichungen, da sie nicht mit dem ursprünglichen Aussehen übereinstimmten.
Der Ursprung Ruppendorfs ist vermutlich in der Zeit der Besiedlung im 12. Jahrhundert zu suchen, konnte jedoch noch nicht abschließend geklärt werden. Ablagerungen von Gold-, Silber- und Kupfererzen sollen der Grund für eine Ansiedlung gewesen sein.
Ruppendorf trat erstmals in der Mitte des 14. Jahrhunderts urkundlich als Ropotendorf in die Geschichte ein. Zu jener Zeit wurde ein Heinricus de Richenstadt als auf der Burg sitzend genannt. Nach dem Fall der Burg Dohna im Jahre 1402 und der durch den Markgrafen vollzogenen Auflösung der Burggrafschaft verlor auch die Burg Ruppendorf ihre Bedeutung als Grenzbefestigung. Aus dem Wirtschaftshof ging ein Vorwerk hervor, das an Landwirte verpachtet war. Die landwirtschaftliche Nutzung bestimmte fortan den Wert der Gebäude. Mitte des 15. Jahrhunderts kamen die Ritter von Theler, die durch Silberfunde einen legendären Reichtum erworben haben sollen, in den Besitz von Ruppendorf. Zeitweilig gehörte die Anlage dem herzoglichen Rat Sigmund von Maltitz.
Doch die Bedeutung der alten Wasserburg ging immer mehr zurück. Im Dreißigjährigen Krieg trat die Burg als Verteidigungswerk schon nicht mehr in Erscheinung. 1869 brannte das Vorwerk bis auf die Grundmauern nieder. Zum Wiederaufbau der landwirtschaftlichen Gebäude nutzte man die Steine der inzwischen nur noch als Ruine vorhanden Wasserburg und verfüllte den umlaufenden Wassergraben.
Aber die schon erwähnten Zeichnungen aus dem 19. Jahrhundert verdeutlichen mit den Resten einer starken Ummauerung, einer steinernen Brücke und mehrerer Rundtürme die frühere beachtliche Größe der Anlage. Sorgfältig errichtetes Bruchsteinmauerwerk zeichnet ein Bild trutzigen Widerstandes. Einst haben sich wohl auch noch Fachwerkgebäude an den Turm angelehnt, wie man aus Balkenlöchern schlussfolgern kann. Heute sind von der Burg nur noch ein paar kurze Mauerzüge und der 12 m hohe Stumpf eines einstmals mächtigen Rundturmes mit 6,2 m Durchmesser und einer Mauerstärke von 1,5 m vorhanden. Trotzdem lohnt sich ein Besuch der Ruinenanlage, auch wenn die Burg ihre damalige Ausdehnung und ihren schützenden Wassergraben schon seit langem verloren hat.
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Burgruine Ruppendorf
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Stand: 21.01.2017