Historisches Sachsen
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Beschreibung
Inmitten der wasserreichen Region der Oberlausitz befindet sich das bereits 1238 als Herrensitz eines Suidegerus de Warta vorkommende Schloss Königswartha. Als Eigentümer der alten Wasserburg, deren Gräben noch bis in das 20. Jahrhundert sichtbar waren, wurden u.a. die Herren von Pannewitz, von Ponickau und von Schleinitz genannt.
Königswartha war eine der größten Grundherrschaften in der Oberlausitz. Der Name leitet sich von einer Warte des böhmischen Königs ab, die hier eine alte Handelsstraße sicherte.
Die Herren von Pannewitz besaßen Königswartha bis 1550. Valentin von Hennigke überließ das Gut 1558 Friedrichen von Paschen. Von diesem gelangte Königswartha an Hans Christoph von Ponickau. Im Jahre 1626 stand neben dem Hauptgut noch ein Beigut, das den Herren von Schreibersdorf und später dem Herrn von Gödaw gehörte. Nach dessen Tod vereinigte Haubold von Schleinitz beide Güter.
Im Jahre 1738 gelangte Königswartha durch Heirat an den Reichsgrafen von Dallwitz. 1780 bis 1796 ließ Johann Friedrich Graf von Dallwitz, sächsischer Kammerherr, Geheimrat und Domdechant des Meißner Domkapitels, das alte Schloss abbrechen und an seiner Stelle ein neues errichten. Das im Auftrage des Grafen errichtete zweigeschossige rechteckige Schloss mit Mittelrisalit und aufgesetztem Halbgeschoss an der Gartenseite schließt sich formal noch an barocke sächsische Vorbilder an, nimmt aber auch schon Formen der klassizistischen Architekturrichtung auf.
Die Hauptfront ist weitestgehend schmucklos. Dieser Eindruck wird durch das schlichte Walmdach zusätzlich verstärkt. Dennoch entbehrt die Hauptfront durch ihre helle Farbgebung nicht einer gewissen Eleganz.
Interessanter ist die Gartenseite des Schlosses. Ein Mittelrisalit mit abgerundeten Ecken und aufgesetztem Halbgeschoss lässt die Front lebendiger erscheinen. Besonders schön ist der Anblick bei einem Spaziergang um den Schlossteich, in dem sich die Schauseite in voller Größe spiegelt.
Im Obergeschoss befindet sich der Hauptsaal, der den gesamten Mittelrisalit einnimmt. Von der wertvollen Innenausstattung ist seit dem 2. Weltkrieg nichts mehr erhalten geblieben.
Schon im frühen 19. Jahrhundert war Schloss Königswartha in bürgerlichen Händen. Zuletzt gehörte es den Brüdern Herbert und Gerhard Kluge. Herbert Kluge wurde 1945 enteignet. Das Schloss sollte abgerissen werden, doch 1948 beschloss die sächsische Landesregierung, im Schloss eine Fischereischule einzurichten. Noch heute wird es von einer Fachschule für Fischzucht genutzt, denn in den umliegenden Teichen wird seit mehr als 500 Jahren Karpfen- und Schleifischerei betrieben. So blieb man dem Fischfang auch in unserer heutigen Zeit treu.
Zum Schloss gehört ein öffentlich zugänglicher Park (um 1800) im englischen Landschaftsstil. Vor der Gartenfront des Schlosses stehen vier Sandsteinfiguren, die Gestalten aus der griechischen Mythologie darstellen. Wertvoller sind jedoch die sechs Statuen an der Hauptfront aus der Werkstatt Balthasar Permosers, die sich einst am Schloss Luga befanden. Sie symbolisieren die vier Jahreszeiten sowie Bacchus und den Musengott Apollo.
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Bildergalerie
Schloss Königswartha
Gartenseite
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Stand: 01.11.2009