Historisches Sachsen
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Beschreibung
Wohl eine Einmaligkeit in Sachsen ist der Königshainer Schlosskomplex. Er ist eine der regional bedeutendsten Schlossanlagen in der Oberlausitz und besteht aus der älteren Schlossanlage mit dem sogenannten "Steinstock" und dem "Wasserschloss" sowie dem neueren "Barockschloss". Zwei der Schlösser, der "Steinstock" und das "Barockschloss" wurden in den vergangenen Jahren liebevoll restauriert und bieten zusammen mit den Ausstellungen in den Nebengebäuden, dem Park und dem Kräutergarten hervorragende Möglichkeiten zur Erholung.
Der "Steinstock", ein massiver zweigeschossiger Bau auf rechteckigem Grundriss, ist vermutlich der Rest eines mittelalterlichen Wohnturmes und Rittersitzes aus der Zeit der deutschen Kolonialisierung, die um 1200 begann. Später nutzte man den auf 14 x 8 Meter Grundfläche errichteten "Steinstock" als Wirtschaftsgebäude. Heute steht er für kleine Ausstellungen und Veranstaltungen zur Verfügung. Er enthält über dem Kellergeschoss nur einen Wohnraum. Im Gegensatz zu dem schlichten Mauerwerk und dem einfachen Baukörper bestehen die drei Fenster an der Südseite und ein Renaissanceportal an der Nordseite am Eingang zum Keller aus Sandstein.
Nach einer umfangreichen Restaurierung steht der "Steinstock" seit dem 27. November 1993 der Öffentlichkeit zur Besichtigung zur Verfügung.
Ab 1504 gehörte Königshain der reichen Görlitzer Kaufmannsfamilie Frenzel, die hier in der Abgeschiedenheit einen adligen Lebensstil verwirklichte. Hans Frenzel war durch den Tuchhandel zu Reichtum gelangt und legte sein Geld in Grundbesitz an. Das "Wasserschloss" ließ Joachim Frenzel, nur durch eine schmale Gasse vom "Steinstock" getrennt, Mitte des 16. Jahrhunderts noch innerhalb des Grabenringes errichten. Auf der Westseite erhielt es wegen des sumpfigen Untergrundes starke Stützpfeiler.
Nach mehreren Besitzerwechseln kauften Ernst Moritz von Schachmann und seine Frau Susanne von Nostitz 1660 das im Dreißigjährigen Krieg stark verwüstete Gut. 1668 brannte das Schloss nebst Gesindehäusern durch einen Blitzschlag nieder und wurde 1680 durch den späteren Besitzer Adolf Ernst von Schachmann in seinem heutigen Erscheinungsbild wieder aufgebaut. In der Mitte der Vorderfront befindet sich ein barockes Eingangsportal. An den Seiten stehen zwei identische Vorbauten in Gestalt von quadratischen zweigeschossigen Türmen.
Nach dem 2. Weltkrieg diente das „Wasserschloss“ mehreren Familien als Wohnsitz. 1992 begann die Sanierung, bei der man alte Holzdecken mit Ornamenten aus dem 17. Jahrhundert freigelegte. Der Keller wird seit Januar 2000 als Winterquartier für Fledermäuse genutzt.
Der weitere Ausbau der Schlossanlage und die Blütezeit von Königshain begann 1752, als Carl Adolf Gottlob von Schachmann sein Erbe antrat. Er bewohnte das „Wasserschloss“ nicht lange, sondern ließ sich nur unweit davon entfernt in den Jahren 1764-66 in Anlehnung an die französische Barockbauweise das "Barockschloss" errichten.
Der zweigeschossige Haupttrakt wird durch zwei mit viertelkreisförmigen Verbindungsgängen angeschlossenen eingeschossigen Flügeln - dem Küchenhaus und dem Kavalierhaus - flankiert. Der Eingang besteht aus einem schlichten Portal, zu dem eine kurze Freitreppe führt. An der Parkseite befindet sich ein dreiseitig hervortretender Mitteltrakt mit einem eigenen Dach.
Eine charmante Parkanlage umgibt das "Barockschloss". Sorgsam geschnittene Heckengänge rahmen ein großes Rasenparterre. 1996 wurde ein Rhododendrenschaugarten angelegt, der überwiegend sächsische Züchtungen zeigt. In dem ca. 3 Hektar großen Schlosspark befinden sich Denkmale von Carl Adolf Gottlob von Schachmann sowie von der Familie von Heynitz, die das Schloss zuletzt besaß. Volieren mit verschiedenen Vögeln bereichern das gesamte Ensemble.
Seit 2000 ist das Kutschenmagazin, in dem auch historische Schlitten und Feuerwehren ausgestellt werden, der Öffentlichkeit zugänglich.
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Bildergalerie
Schlosskomplex Königshain
Steinstock
Wasserschloss
Barockschloss
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Stand: 01.11.2009