Historisches Sachsen
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Beschreibung
Die Stadt Eilenburg kann auf eine über eintausendjährige Geschichte zurückblicken. Bereits in den ersten Jahrhunderten unserer Zeit erkannten westslawische Stämme die Bedeutung eines Flussüberganges über die Mulde. Sie errichteten oberhalb der Muldefurt ihr Stammeszentrum. Die Ringburg aus dem Anfang des 9. Jahrhunderts bestimmte in ihren räumlichen Verhältnissen alle nachfolgenden Befestigungen.
Im beginnenden 10. Jahrhundert wurden die sorbischen Gebiete gewaltsam in den sich herausbildenden deutschen Staat einverleibt. Anstelle der sorbischen Wallanlage entstand als Teil des Burgwardsystems an der Mulde ein kleiner Militärposten. Am 29. Juli 961 erfuhr diese Anlage als "civitas Ilburg" erstmalig als Zentrum des Gaus Siusili eine Erwähnung. Von 999 bis 1123 verfügte die Eilenburger Linie der Wettiner über dieses Gebiet. Die Grafen zu Eilenburg stiegen in der Folgezeit zu einem der mächtigsten Geschlechter im mitteldeutschen Raum auf. Nachdem ihnen bereits die Herrschaft über die Mark der Niederlausitz übertragen wurde, erhielt Heinrich I. zu Eilenburg im Jahre 1089 auch die Mark Meißen vom deutschen Kaiser zum Lehen. Zwar erlosch die Eilenburger Linie 1123, doch für das Haus Wettin hat der Name "Eilenburg" einen besonderen Klang behalten. Gleichzeitig war das die Geburtsstunde des 829 Jahre bestehenden wettinischen Territorialstaates, der heute im Freistaat Sachsen fortlebt.
Mit dem Aussterben der Eilenburger Linie fiel das Gebiet an Markgraf Konrad von Meißen. Ihm ist der Landesausbau zu verdanken, der die bewirtschaftete Fläche um ein Vielfaches mehrte. Um 1200 richtete Dietrich der Bedrängte eine Vogtei ein, deren Ministerialenfamilie sich ebenfalls nach ihrem Amtssitz Eilenburg nannte. Durch ihre führende Beteiligung am Kolonisationsgeschehen in der Niederlausitz und an der Schwarzen Elster stiegen die Herren von Eilenburg bald zu eigener Landesherrschaft auf. Mit der Konzentration auf die Burgen in den neu erschlossenen Gebieten trat die Bedeutung ihrer Stammburg an der Mulde jedoch zurück.
1376 kaufte Thimo von Colditz die Burg. Da die Herren von Eilenburg das Anwesen jedoch an verschiedene Nachkommen aufgeteilt hatten, benötigte Thimo von Colditz 10 Jahre, um den Besitz einzeln zu erwerben und wieder zu einem Ganzen zu fügen.
1402 ging die Burg nach vorheriger Pfandschaft an Markgraf Wilhelm I. von Meißen über, der sie neu aufbaute. Seit dem fungierte Eilenburg als Sitz von Amt und Gericht. Die Bürger der Stadt erhielten bedeutende Privilegien, die die wirtschaftliche Entwicklung förderten. Der wirtschaftlichen Blütephase in Eilenburg bereitete erst der Dreißigjährige Krieg ein jähes Ende. Nach der Eroberung durch die Schweden 1644 verfiel die Wehranlage.
Über das einstige Aussehen der ersten Burganlage gibt es keine eindeutigen Anhaltspunkte. Ziegelbauten des 14. Jahrhunderts haben das Erscheinungsbild der Burg nachhaltig verändert. Zudem sind von der Burg seit dem 17. Jahrhundert nur noch Ruinen erhalten. 1972 musste der Bergfried wegen Baufälligkeit gesprengt werden. Ein Brand im Jahre 1993 beschädigte das Amtshaus stark. Der schlichte Barockbau, unter Verwendung von Materialien des verfallenen Schlosses errichtet, erhielt 1786 ein Portal mit Schlussstein und kurfürstlich-sächsischem Doppelwappen.
Heute sind nach umfangreichen Sanierungsarbeiten Teile der Ringmauer, der Ilburgturm mit Amtshaus und der quadratische Sorbenturm aus dem 12. Jahrhundert, der als Aussichtsturm dient, zu sehen. Der Sorbenturm gilt als ältester Backsteinbau Sachsens.
Weit über die Stadtgrenzen hinaus ist der 1993 gegründete Burgverein Eilenburg e.V. bekannt, der alljährlich im September das Burgfest organisiert.
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Bildergalerie
Sorbenturm
Amtshaus und Ilburgturm
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Stand: 25.12.2014