Historisches Sachsen
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Beschreibung
Die Burgruine Wiedersberg unmittelbar an der sächsisch-bayerischen Landesgrenze erhebt sich auf einem vorgeschobenen felsigen Ausläufer des Haagberges und liegt über dem Feilebach. Vieles an Wiedersberg ist rätselhaft, denn weder die Entstehung oder die Geschichte der Burg, noch die Ursachen ihres Untergangs sind vollständig gelöst. Zahlreiche Kriege und Brandschatzungen des Mittelalters haben Schlossarchive und Rathausakten, Klosterurkunden und Kirchenbücher vernichtet.
So wirft die Anlage nicht nur für die Heimatforscher Fragen auf, auch ihre Lage ist bemerkenswert, befindet sie sich doch unterhalb der höchsten Erhebung und konnte so von Feinden leicht angegriffen werden. Zur Verteidigung wurden zwei Abschnittsgräben aus dem Fels geschlagen und ein Gürtelgraben um den gesamten Sporn gelegt. Ein Felsenkeller außerhalb der Wehrmauer stützt die These, dass im Grabenbereich Wirtschaftsgebäude gestanden haben. Östlich befinden sich zwei Ecktürme, die von einer Schildmauer verbunden werden. Die Schildmauer weist einen leichten Knick auf; die Ecktürme sind unterschiedlich ausgerichtet. Der Palas auf der Nordostseite, ein schlichter Rechteckbau von 16 x 8 m, legt sich innen an die Nordmauer an. Der Palas und die beiden Ecktürme können als Bausubstanz zur Zeit der ersten Erwähnung im 13. Jahrhundert vermutet werden. Der markante Torturm an der Südseite ist späteren Datums und fügt sich nicht in das Bauwerk ein.
Unterschiedlicher Meinung waren die Burgenforscher bei der Datierung der Erbauung. Nach nicht bestätigten Angaben soll die Anlage bereits 1117 von Burkhardt Wiederspächer als Schutzburg zur Sicherung der Straße Plauen - Hof erbaut worden sein. Durch Funde belegt ist der Bau der Burg jedoch erst für das letzte Drittel des 12. Jahrhunderts. Urkundlich lässt sich die Wehranlage erstmals 1267 in Verbindung mit Reimboto de Widersberch nachweisen. Zur Sicherung seiner Landesherrschaft erwarb der Vogt von Plauen Wiedersberg, ließ die Befestigung verstärken und setzte die Herren von Mylau als Lehnsträger ein.
Nach dem Vogtländischen Krieg 1357 kam Wiedersberg mit dem gesamten südlichen Vogtland an die Wettiner. Zehn Jahre später bestimmte Markgraf Wilhelm von Meißen Wiedersberg zum Leibgedinge seiner Frau Elisabeth. Bis 1386 blieb Wiedersberg als kleines Amt unmittelbar dem Markgrafen unterstellt. Später wurde es als Grundherrschaft an verschiedene Geschlechter des niederen Adels verlehnt. Damalige Besitzer waren u. a. Jan Rabe und die Familie von Magwitz. Die von Magwitz erwerben 1452 auch noch das Rittergut und das Dorf Wiedersberg und geben vermutlich den Wohnsitz auf der Burg auf.
Die Burg, nach ihrer Bauart und Wehrbeschaffenheit eine Kombination aus Schildmauer und Randhausburg, war Herrschafts- und Verwaltungssitz. Als ehemalige Geleitsburg gewährte sie den Mannschaften des Geleitswechsels Unterkunft und Reisenden im Gefahrenfalle eine sichere Zuflucht.
Von der ehemaligen Burganlage finden wir heute nur noch die Fundamente zweier Türme, den Torturm und die Schildmauer. Ob die 45 m lange und 27 m breite Burg bei Kriegshandlungen zerstört oder nach einer Nutzungszeit von etwa 300 Jahren aufgegeben wurde, ist heute nicht mehr nachweisbar.
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Torturm
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Stand: 10.03.2013