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Beschreibung
Unscheinbar an der B 173 zwischen Plauen und Hof befinden sich ohne Verbindung zu einem größeren Ort die Reste einer einst mehrteiligen Spornburg. Von der Anlage sind nur Ruinen erhalten, die leider nicht betreten werden können, da das Gelände in umzäunte Grundstücke eingeteilt ist.
Die Feste Türbel gehörte zum System früh- und hochmittelalterlicher Wehranlagen in Südwestsachsen. Die Burg lag auf einem steilen Bergsporn am Westufer des Triebelbaches, oberhalb seiner Mündung in die Weiße Elster. Der Name "Türbel" leitet sich wahrscheinlich vom slawischen "Stirbile" ab, was soviel wie "fester Ort" bedeutet.
Die Kernburg der zweiteiligen Anlage dürfte in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstanden sein. Im 14. Jahrhundert wurde die Anlage durch eine Vorburg erweitert, die durch einen ausgemauerten Graben von der Kernburg getrennt war.
Türbel war Feste der Vögte von Plauen, besaß aber auch Bedeutung als Grenzburg zur Herrschaft Voigtsberg. Mit dem Ende der Herrschaft Plauen 1466 ging Türbel in grundherrliche Verhältnisse über und war im 16. Jahrhundert an die Familie von Sack auf Geilsdorf verlehnt. Die Herren von Sack galten im Vogtland als ein bedeutendes Geschlecht des niederen Adels mit ausgedehntem Grundbesitz. Doch auch ihre Bekanntheit schützte sie nicht davor, dass 1525 bei Bauernunruhen der Rittersitz Türbel von rebellischen Bauern niedergebrannt wurde.
In den folgenden Jahren wechselten mehrfach die Besitzer. Schließlich erwarb Anfang des 17. Jahrhunderts die Familie von Reitzenstein das Anwesen. Die Familie von Reitzenstein entstammt dem fränkischen Uradel und erschien erstmals Anfang des 14. Jahrhunderts urkundlich mit Konrad von der Grün, auf den auch die Stammreihe zurückgeht. Stammes- und wappenverwandt ist sie u.a. mit der Familie von Sack.
Nachdem kaiserliche Kriegsvölker unter Holk die Feste 1632 niederbrannten und völlig zerstörten, gelangten die Fluren an das Rittergut Pirk, das in Türbel ein Vorwerk unterhielt. Der Übergang von einer Feste zu einem ländlichen Anwesen führte zu einer Rittergutschäferei sowie der späteren langjährigen Nutzung als Schafstall. Der Schafstall weist sich mit zwei Querteilungen als alte Wohnbausubstanz der Burg aus. Der Südteil war von einem Tonnengewölbe unterkellert. Aus diesem Gewölbe führte an der südöstlichen Ecke ein Fluchtgang zum Steilhang.
Erste Ausgrabungen der Ruine nahm 1939 das Landratsamt für Denkmalpflege vor. Weitere umfangreiche Grabungen erfolgten in der Mitte des 20. Jahrhunderts.
Heute sind noch ein paar spärliche Ruinenrest und das inzwischen teilweise eingestürzte Tonnengewölbe zu sehen.
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Bildergalerie
Feste Türbel
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Stand: 29.08.2014