Historisches Sachsen
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Beschreibung
Von der Renaissancestadt Torgau aus auf der B 183 durch den Ort Graditz fahrend, erreicht man in wenigen Minuten die direkt am Landschafts- und Naturschutzgebiet "Alte Elbe" gelegene Gemeinde Arzberg.
Sehenswert ist in dem 360 Einwohner zählenden Ortsteil Triestewitz das gleichnamige Schloss, dessen erste Erwähnung bereits aus dem Jahre 1251 datiert. Über das tatsächliche Alter gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse. Fest steht aber, dass die Anlage - wie auch andere in diesem Landstrich - als Wehranlage gegen die Slawen errichtet wurde. Zum damaligen Zeitpunkt bestand wahrscheinlich nur der heute noch im Haus erhaltene Wehrturm mit umlaufendem Wassergraben und Palisaden.
Bis zum Jahr 1945 war das Rittergut immer im Besitz adliger Familien, die hier ihre Spuren hinterließen. Nach einem Ritter von Triestewitz ging die Burg 1473 an die Familie von Falcke über, fiel aber wegen fehlender Erben an den Kurfürsten von Sachsen zurück. 1557 erhielt Melchior von Runge die Burg als Lehen und baute diese in den folgenden Jahren zu einem Schloss im Renaissancestil um.
Plünderungen und Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg setzten Schloss Triestewitz aber stark zu. In den späteren Jahren wechselten mehrmals die Besitzer. Nach dem Erlöschen der Familie von Runge in der Mitte des 17. Jahrhunderts gehörte das Gut u.a. den Familien von Werthern, von Rechenberg, von Schönberg, von Hartitzsch und von Theler. Gräfin Johanna Sibylla von der Schulenburg, geborene Gräfin von Brandenstein, die 1678 das Rittergut erwarb, ließ über der Toreinfahrt einen Wappenstein anbringen, der die Wappen der Grafen von Brandenstein und von der Schulenburg trägt.
Nachdem 1758 das Renaissanceschloss abgebrannt war, bauten es Carl August und Ester Charlotte von Theler, geborene von Hartitzsch, wieder auf. An sie erinnert eine mit einer Krone versehenen Inschrifttafel auf der Hofseite. Beim Wiederaufbau brachte man an der Nordseite des Schlosses mächtige Strebepfeiler an. Zudem erhielten die Schlossflügel ihre einfachen Satteldächer und der Westflügel einen Dachreiter.
Schließlich übernahm 1790 der markgräflich-brandenburgische und schwedische Oberstallmeister Arnd Volrad von Stammer aus dem Hause Wörmlitz das Anwesen. Unter Arnd von Stammer, der 1890 als Minderjähriger das Rittergut erbte, wurde das Schloss erweitert und ein zweigeschossiges Verwalterhaus angebaut. Triestewitz blieb bis zur Bodenreform im Jahre 1945 im Besitz dieser Adelsfamilie. Im Herbst des Jahres musste Edelgard von Stammer, geborene von Witzleben, Triestewitz verlassen. Das Schloss diente als Flüchtlingsunterkunft und Wohnhaus. Zeitweilig lebten bis zu 20 Flüchtlingsfamilien im Gebäude. Wegen des sich stetig verschlechternden Bauzustandes musste im Februar 1965 der bis dahin dem Schloss ein herrschaftliches Ansehen gebende Turm abgebrochen und bis unter die Dachkonstruktion zurückgebaut werden.
Dennoch ist die Architektur des Schlosses vom Wiederaufbau nach dem Brand im Jahre 1758 geprägt. Erste Sanierungsmaßnahmen des Außenputzes in den Jahren 1973-74 durch die Gemeinde Arzberg trugen zum Erhalt der Anlage bei. Eine komplette Erneuerung des Gebäudekomplexes 1996-98 durch die Familie Pawlik, die zuvor das Schloss erworben hatte, führten schließlich zur gegenwärtigen Nutzung als Beherbergungsbetrieb mit zwei Ferienwohnungen und sechs Appartements.
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Bildergalerie
Schloss Triestewitz
Schlosshof
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Stand: 25.12.2014