Historisches Sachsen
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Beschreibung
Diesbar-Seußlitz, 9 km nordöstlich von Meißen, gehört mit 9 Grad Celsius Jahresmitteltemperatur zu den wärmsten Gegenden in Sachsen. So verwundert es auch nicht, dass das Dorf im nördlichsten Weinanbaugebieten an der Elbe liegt. Der Weinanbau hat hier eine 700jährige Tradition, denn bereits Ende des 13. Jahrhunderts soll Markgraf Heinrich der Erlauchte dem Kloster Seußlitz einen Weinberg übereignet haben.
Neben dem Weinanbau hat Diesbar-Seußlitz aber auch ein imposantes Schloss zu bieten. Das Schloss liegt in einem Seitental der Elbe, dem Seußlitzer Grund. Eine kurze Allee führt vom Fluss hinauf. Weiß und gelb leuchten die Schlossmauern und werden gerahmt von zwei Weinberghäuschen auf den terrassierten Weinbergen.
Bereits 1250 bis 1265 ließ Markgraf Heinrich der Erlauchte ein Landschloss errichten, stiftete dieses aber 1268 auf Wunsch seiner zweiten Frau, Agnes von Böhmen, den Klarissinnen als Nonnenkloster. Das Seußlitzer Kloster war bis 1541 das Hauskloster der Schwestern der sächsischen Markgrafen und Kurfürsten. Dann - unter Zwangsverwaltung gestellt - wurde es 1545 von dem kursächsischen Kanzler Dr. Simon Pistorius erworben und in ein Wohnschloss im Renaissancestil umgebaut. Pistorius lebte von 1549 bis 1562 im Schloss.
Die Nachkommen des Kanzlers Pistorius besaßen das Schloss bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts. 1722 fiel der Besitz an Graf Heinrich von Bünau, der ihn vom berühmten Baumeister der Dresdner Frauenkirche, Georg Bähr, zur barocken Dreiflügelanlage umbauen ließ. In der Mitte führt eine zweiläufige Freitreppe zum Schlosseingang. Ein prachtvoller Dreiecksgiebel betont den Mittelrisalit. Der Grundriss des Schlosses ist symmetrisch angelegt. Im Inneren führt von der Eingangshalle eine geschwungene Treppe in das Obergeschoss. Kamine und Vasen vermitteln den Eindruck eines herrschaftlichen Lebensgefühls und betonen die barocke Ausstattung.
Die sich unmittelbar anschließende Kirche zeigt die gleiche Fassadengestaltung wie der Schlossbau. Georg Bähr baute die ursprünglich gotische Kirche 1726 ebenfalls um. In den Giebeln verraten gotische Spitzbögen die klösterliche Herkunft. Die vier Sandsteinfiguren auf der Parkseite vor der Kirche stammen aus der Werkstatt von Balthasar Permoser. Das Ensemble ist seitdem nur wenig verändert.
Der vorwiegend im französischen Stil angelegte Schlossgarten blieb nahezu in seiner ursprünglichen Gestalt erhalten. Er geht in den englischen Parkteil mit einem reizvollen Teich über. Kunstvoll angelegte Rasenflächen mit Blumenrabatten sowie die Sandsteinfiguren geben dem Park ein stimmungsvolles Gepräge. Zielpunkt der Gartenanlage ist die einen terrassierten Hang bekrönende Heinrichsburg. Hier bekamen früher die Gäste der Schlossbesitzer den Nachmittagstee oder -kaffee gereicht. Das Winzerhaus am gegenüberliegenden Weinberg trägt den Namen Luisenburg. Die Gebäude sind nach den Kindern des ersten Schlossbesitzers benannt.
In den letzten beiden Jahrhunderten war das Schloss im Besitz verschiedener großbürgerlicher Familien bis es 1945 zum Feierabendheim des ausgebombten Dresdner Maternihospitals wurde. 2003 verkaufte die Gemeinde das Schloss an einen privaten Besitzer. Von seinen hochgesteckten Zielen ist jedoch nichts verwirklicht. Mit Ausnahme der Schlosskirche können die Schlossflügel nicht besichtigt werden.

Elbradweg
Am Elbufer entlang zieht sich von Dresden nach Riesa ein Radweg, vorbei am Weingut Hoflößnitz und den Schlössern Wackerbarth, Seußlitz sowie Promnitz. Lohnenswert sind auch kurze Abstecher zu den Schlössern Gauernitz, Scharfenberg, Siebeneichen, Hirschstein und die Albrechtsburg auf der anderen Elbseite sowie Proschwitz im Hinterland.

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Bildergalerie
Schloss Seußlitz
Schloss Seußlitz
Blick von der Heinrichsburg
www.historisches-sachsen.net
Stand: 01.11.2009