Historisches Sachsen
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Beschreibung
Oelsnitz zwischen Chemnitz und Zwickau darf man nicht mit der gleichnamigen Stadt im Vogtland verwechseln. Deshalb führt die Stadt Oelsnitz im sächsischen Erzgebirgskreis auch zur Unterscheidung von der gleichnamigen vogtländischen Stadt den Zusatz "im Erzgebirge".
Der Ort, der 1924 Stadtrecht erhielt, entwickelte sich aus einer Bauernsiedlung, die im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts von einem Geschlecht gegründet wurde, das sich ab dem 13. Jahrhundert "von der Oelsnitz" nannte. Die Familie von der Oelsnitz beteiligte sich als Vasallengeschlecht niederen Adels an der Erschließung des Erzgebirgsrandes. Oelsnitz war zunächst Lehen der Burggrafen von Meißen. Im 16. Jahrhundert fiel der Ort jedoch unter die Lehnshoheit der Kurfürsten von Sachsen.
Durch verschiedenen Siedlerströme, Gebietserwerb und Schenkungen an das erzgebirgische Zisterzienserkloster Grünhain setzte sich der Ort schon früh aus verschiedenen Herrschaftsteilen zusammen. Neben dem kurfürstlichen Anteil bestanden auch noch der Anteil des Klosters Grünhain, der mit der Auflösung des Klosters unter sächsische Hoheit kam, sowie der Schönburgische, der aus dem Lehen des Herren von Wildenfels entstanden war. Nach der Leipziger Teilung von 1485 in das albertinische und ernestinische Sachsen unterstand Oelsnitz sogar zwei verschiedenen Landesherren. Der grünhainische und der wildenfelsische Anteil gehörten zum Kurfürstentum der Ernestiner, der sächsisch-höfische mit dem Rittergut den Albertinern. Erst 1839 wurden die Anteile zu einem Gemeindebezirk vereint.
Das Rittergut Oelsnitz blieb lange im Besitz der Familie von der Oelsnitz. Als Friedrich von der Oelsnitz 1571 starb, zog Kurfürst August von Sachsen das Lehen ein, verkaufte es aber 1584 an Hugo II. von Schönburg-Hartenstein. 1675 kam Oelsnitz in den Besitz von Heinrich von Promnitz, der mit der Schönburgischen Linie verwandt und in Schlesien begütert war. Als Erdmann Graf von Promnitz 1704 im Nordischen Krieg fiel, brach ein Streit um das Erbe aus. Schließlich wurde Oelsnitz dem Grafen Otto Wilhelm von Schönburg-Lichtenstein zugesprochen. Wegen Ausgleichszahlungen an den schlesischen Grafen von Promnitz musste das Gut verpfändet werden, doch löste Fürst Otto Carl Friedrich von Schönburg-Waldenburg den Pfandbesitz 1795 wieder ein. Allerdings haben sich die Fürsten von Schönburg-Waldenburg nur selten in Oelsnitz aufgehalten. Im Herrenhaus wohnte ein Pächter, der seit dem 18. Jahrhundert die Gutswirtschaft führte. Der Hof blieb bis 1945 in der Hand des Fürstenhauses.
1945 wurde das Rittergut in Neubauernstellen aufgeteilt. Vom ehemaligen Rittergut ist nur das Herrenhaus erhalten geblieben. Die Wirtschaftsgebäude riss man auf Befehl der sowjetischen Besatzungsmacht ab. Das Herrenhaus, dessen Kern wohl noch aus dem 16. Jahrhundert stammt, wurde 1640 im Dreißigjährigen Krieg durch Truppen des Generals Königsmarck zerstört, bald danach aber wieder aufgebaut. Auf rechteckigem Grundriss erhebt sich ein nahezu schmuckloses Gebäude, dessen Fassaden lediglich durch hellrote Fenstergewände aus Rochlitzer Porphyr belebt werden. Das schiefergedeckte Satteldach gliedern an den Längsseiten je ein Zwerchhaus mit einfachem Dreiecksgiebel. Profilierte Balkendecken aus dem 18. Jahrhundert haben sich in der Eingangshalle und den Obergeschossräumen erhalten.
Nach der politischen Wende in der DDR kaufte der Inhaber eines Ingenieurbüros das heruntergekommene Gebäude und veranlasste dessen Grundsanierung. Heute betreibt die Volksbank Oelsnitz im Erdgeschoss eine Filiale. Im Obergeschoss sind eine Zweigstelle des Ingenieurbüros sowie Wohnungen eingerichtet.
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Herrenhaus Oelsnitz
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Stand: 21.03.2016