Historisches Sachsen
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Beschreibung
Das Schloss Netzschkau bei Reichenbach ist eines der kunsthistorisch bedeutendsten Schlösser im sächsischen Vogtland und gilt als eines der ersten Wohnschlösser des Adels im heutigen Sachsen. Seine bunte Fassade versteckt sich hinter hohen Bäumen und einer Bruchsteinmauer.
Das Schloss, ein repräsentativer Rechteckbau mit Rund- und Viereckturm, rot umrandeten Vorhangbogenfenstern und rot gehaltenen Staffelgiebeln, wurde um 1490 von Caspar David Metzsch als feudaler Herrensitz erbaut und ist von Stilelementen der sächsischen Spätgotik geprägt.
Zu dieser Zeit begannen sich die Wohnschlösser mit ihrer gesteigerten Wohnqualität gegenüber den auf Verteidigung ausgerichteten Burgen durchzusetzen. Auch wenn der Rundturm äußerlich noch eine mittelalterliche Wehrfähigkeit vermuten lässt, kann eine nähere Bauuntersuchung die Existenz von Verteidigungseinrichtungen nicht bestätigen.
Unter dem "Krösus des Vogtlands", Carol von Bose (1596-1657), begann 1626 eine umfangreiche Bautätigkeit. Von seinem Vermögen erwarb Carol von Bose mehrere Rittergüter und baute auch das Schloss Netzschkau aus. Nord- und Ostflügel sowie eine Schlosskapelle wurden errichtet; im Hauptbau verschwanden die spätgotischen Holzdecken unter dem damals modernen Stempelstuck (älteste Form deutschen Stucks in Sachsen). Einzigartig ist ein prächtiger Kachelofen von 1627 und ein Wappenschrank aus der Mitte des 17. Jahrhunderts.
Um 1725 bildeten Schloss und Rittergut Netzschkau einen stattlichen Gebäudekomplex mit zahlreichen Türmen und Dachreitern. Doch dieser Gebäudekomplex sollte nicht lange Bestand haben. Eine erste Reduzierung erfolgte durch den Abbruch der erst 1629 errichteten, nun aber nicht mehr benutzbaren Schlosskapelle Anfang des 19. Jahrhunderts.
Die letzten adligen Eigentümer, die Grafen von Schönburg-Glauchau, legten 1858 den ca. 4 Hektar große Schlosspark neben den Gebäuden an. Das Schloss erfuhr nur geringe bauliche Veränderungen. Aus finanziellen Gründen nahmen Bauschäden am Schloss infolge undichter Dächer jedoch immer mehr zu, auch als 1944 nach dem Tod der Gräfin Frieda von Schönburg-Glauchau die Stadtverwaltung Netzschkau das Schloss kaufte. Für den Schlosskomplex war es zu spät. Als Folge der Nässeschäden im Hauptbau stürzte 1947 einer der beiden großen Unterzüge im Saal herab und riss zwei Drittel der Stuckdecke mit sich. Der Nord- und Ostflügel fielen 1953 in sich zusammen, so dass auch der Schlosshof verschwand. Erhalten blieb nur noch der unter Caspar David Metzsch errichtete Westflügel sowie der Viereck- und der Rundturm.
Zahlreiche Bemühungen zur Erhaltung des Schlosses führten in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts schließlich zu ersten Sicherungsmaßnahmen, so dass 1972 das 1. und 1980 das 2. Obergeschoss saniert waren. Mit großem finanziellen Aufwand wurden dann in den 90er Jahren die Baumaßnahmen zum Abschluss gebracht.
Heute befindet sich im Obergeschoss eine ständige Ausstellung zur Schlossgeschichte, die durch wechselnde Ausstellungen ergänzt wird.
Nur unweit des Schlosses erhebt sich mit der Göltzschtalbrücke (1846-51) die größte Ziegelbrücke der Welt. Mit 78 m Höhe und 574 m Länge überspannt sie das Landschaftsschutzgebiet "Unteres Göltzschtal".
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Bildergalerie
Schloss Netzschkau
Hauptgebäude und Rundturm
Rechteckturm
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Stand: 01.11.2009