Historisches Sachsen
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Beschreibung
In der Gegend um Mengelsdorf, zwei Kilometer von Reichenbach zwischen Löbau und Görlitz entfernt, siedelten bereits im 6. Jahrhundert Slawen. Einst gehörte das Waldhufendorf zum Burgward Reichenbach. Eine Urkunde von 1387 weist als ersten urkundlich erwähnten Besitzer Ramphold von Gersdorff, der die Güter Reichenbach und Mengelsdorf besaß und im genannten Jahr verstarb, aus. In der Folgezeit sind neben der Familie von Gersdorff als Besitzer des Anwesens auch die Herrschaft von Warnsdorf und die Familie von Loeben bekannt. Wolf Christian von Loeben errichtete u.a. das Vorwerk Löbensmüh als Witwensitz für seine Gemahlin und ließ eine Schule erbauen. Im Jahr 1741 vernichtete ein Brand das Schloss Mengelsdorf, das aber bald darauf als barocker Herrensitz neu errichtet wurde. Das Gebäude steht heute noch hinter dem Schloss aus dem 19. Jahrhundert.
Eine neue Zeit brach an, als das Rittergut 1859 an Georgine Louise Dorothea Hüpeden und Leuthold von Kurowski überging. Frau Hüpeden ließ um 1860 in Anlehnung an den englischen Tudorstil des 16. Jahrhunderts einen zweigeschossigen Flügel in L-Form erbauen. Seine Front wendet sich dem vorgelagerten Garten zu. Ein achteckiger Turm markiert die westliche Ecke. An der Ostseite flankieren zwei Ecktürme mit Zinnenkränzen einen breiten Eckrisalit. Zentral erhebt sich ein mit kleinen Türmchen und Zinnen geschmückter Mittelrisalit. Ihm ist im Erdgeschoss ein Altan vorgelagert. Damit folgt Schloss Mengelsdorf den typischen Bauformen des Tudorstils: vieleckige Türmchen, Erker und Zinnen. Mit ihm wollte man einen romantischen Mittelaltertraum verwirklichen.
Auch im Innern ist Schloss Mengelsdorf aufwändig gestaltet. Vom Garten betritt man durch das Portal eine holzvertäfelte Eingangshalle, die über beide Geschosse reicht. Eine Galerie ist mit einer hölzernen Brüstung versehen. Nur wenige Stufen sind es bis zum Flur, an dem sich seitlich das Treppenhaus anschließt. Stuckdecken verzieren einige Räume.
Nach dem 2. Weltkrieges diente das Schloss als Verwundetenlazarett. Da im Schloss Mengelsdorf zu Kriegsende Waffenstillstandsverhandlungen stattfanden, konnte eine Sprengung verhindert werden. Nach Auflösung des Rittergutes zog anfangs ein Kindergarten in die Räumlichkeiten an der Ostseite des Schlosses ein, später diente es als Alten- und Pflegeheim. Heute befindet sich im Schloss das "Caritasheim St. Hedwig" - eine sozialtherapeutische Wohnstätte.
Das Schloss umgibt ein Landschaftspark aus der Zeit um 1830.
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Schloss Mengelsdorf
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Stand: 01.11.2009