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Beschreibung
Hoyerswerda liegt im Südosten des Niederlausitzer Braunkohlereviers an der Schwarzen Elster. Seinen Namen erhielt Hoyerswerda von Hoyer I. von Friedeburg, der im 13. Jahrhundert urkundlich nachgewiesen werden kann. Von seiner Stammburg an der Saale nördlich von Halle kommend, gründete er Burg und Siedlung. Mit der gesamten Lausitz wurde Hoyerswerda im 17. Jahrhundert sächsisch, blieb jedoch eine kleine Landstadt. 1815 fiel Hoyerswerda an Schlesien. Die Entdeckung von Braunkohlelagern im 19. Jahrhundert förderte maßgeblich die Entwicklung der Industrie. 1955 begann der Aufbau der Neustadt zu einer Wohnstadt für etwa 40.000 Beschäftigte des Braunkohlekombinats Schwarze Pumpe.
Ältestes Bauwerk von Hoyerswerda ist das dreigeschossige Renaissanceschloss, das Seyfried von Promnitz unter Einbeziehung mittelalterlicher Teile 1592 errichten ließ. Später war das Bauwerk ein Abschiedsgeschenk von August dem Starken an seine Mätresse Ursula Katharina von Teschen, die 1705 der Gräfin Cosel weichen musste.
Der frühere Eigentümer, der kursächsische Kanzler Wolf Dietrich von Beichlingen, saß seit 1703 als Häftling auf dem Königstein und hatte alle Ansprüche auf seinen Besitz verloren. Die verbannte Fürstin aber ergriff für 32 Jahre Besitz von Hoyerswerda, immer bemüht, ihren Dresdner Lebensstil fortzusetzen.
Das Schloss in der Flussniederung der Schwarzen Elster gehört zu den ältesten Herrschaftssitzen in der Oberlausitz. Sein fast elliptischer Grundriss und der nahezu vollständig erhaltene Graben gehen zurück auf die Wasserburg aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Fehlende Bauuntersuchungen lassen jedoch nur eingeschränkt Rückschlüsse auf die mittelalterliche Bebauung zu.
Auch der böhmische Einfluss auf die Oberlausitz zeigt sich im Erwerb der Burg durch Kaiser Karl IV. im Jahr 1353. In der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts setzten sich die Berken von der Duba, die im Elbsandsteingebirge erhebliche Gebiete an sich gebracht hatten, in den Besitz der Burg Hoyerswerda.
Im 15. Jahrhundert griffen die machtpolitischen Interessen der Wettiner zunehmend auf die Oberlausitz über. Nach einer Auseinandersetzung der Berken mit den sächsischen Kurfürsten kam Hoyerswerda 1448 in wettinische Hände. Von langer Dauer war diese Machtposition jedoch nicht. Die von Hoyerswerda aus wirkenden Einflüsse und die Kontrolle des Landes schienen für den Oberlausitzer Sechsstädtebund so unerträglich, dass er sich schließlich behaupten und die Burg 1468 schleifen konnte.
Fünfzehn Jahre dauerte es, bis Landvogt Georg von Stein einen Wiederaufbau wagte. Doch erst nach über 100 Jahren wurde 1592 auf den noch vorhandenen mittelalterlichen Resten das neue Renaissanceschloss errichten. Seyfried von Promnitz, der 1582 die Hoyerswerdaer Herrschaft gekauft hatte, ließ das Schloss nach einem Brand erneuern. Um einen Hof gruppierten sich drei Flügel, die bis zu einem Umbau im Jahre 1823 Renaissancegiebel trugen.
Sein heutiges Aussehen bekam das Schloss durch mehrere Umbauten in den vergangenen Jahrhunderten. Die anspruchsvolle Reichsfürstin Teschen, die sich während ihres Aufenthaltes in Hoyerswerda als wichtige Förderin des Städtchens hervortat, baute das Schloss in eine fürstliche Residenz um. Sie ließ den alten Herrensitz 1727 mit acht Vordergiebeln, einem Barockportal und einem 1823 wieder abgerissenen Turm versehen. Hinter dem Schloss legte die Fürstin nach 1724 einen Park an, heute Kern eines bedeutenden Zoos mit mehr als 1.000 Tieren in 200 Arten. Weitere Veränderungen am Schloss erfolgten noch 1911 und nach 1945.
Im Schloss befindet sich ein Museum, das in einer ständigen Ausstellung u.a. über die Ur- und Frühgeschichte der Lausitz, die sorbische Kultur sowie die politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Stadt und ihres Umfeldes informiert.
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Bildergalerie
Schloss Hoyerswerda
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Stand: 01.11.2009