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Beschreibung
Die Geschichte von Schloss Hoheneck unterscheidet sich maßgeblich von der Geschichte anderer Schlösser: Schloss Hoheneck diente 140 Jahre als Gefangenenanstalt, in der zum Teil über 1.000 Personen gleichzeitig inhaftiert waren. Seit Ende 2001 geschlossen, ist die Anstalt nunmehr lange ungenutzt.
Seinen Namen erhielt das Schloss erst im 18. Jahrhundert. In geschichtlichen Unterlagen sucht man ihn vergeblich, da Hoheneck stets als "Stalburg" bezeichnet wird.
Südlich von Stollberg liegt das mächtige Schloss Hoheneck, etwas abgesetzt von der Stadt, auf einer Anhöhe. Urkundlich tritt die Burg 1244 als Herrensitz eines Hugo de Staleburc, der vermutlich Burgmann auf Stollberg war, in die schriftlichen Überlieferungen ein. Die Burg dürfte aber bereits um 1200 im Zuge der Kolonisation durch die Burggrafen von Döben und Starkenberg angelegt worden sein. Zu dieser Zeit waren die Erkenbertinger, ein edelfreies Geschlecht mit dem Stammsitz Tegkwitz bei Altenburg, im Besitz der Herrschaft. Unter Kaiser Heinrich VI. erhielten sie die Burggrafschaft Döben, trennten sich dann aber in verschiedene Zweige, wobei sich einer nach Starkenberg, einem Nachbarort von Tegkwitz, nannte.
Um 1300 erwarben die weitverzweigten Herren von Schönburg Burg und Herrschaft und bauen den Ort zur Stadt aus. Doch blieb die Herrschaft nicht lange im Besitz der Schönburger, denn bereits 1367 verkaufen Bernhard und Hermann von Schönburg die Burg und die Stadt mit Zugehörungen an den König Wenzel von Böhmen. In nachfolgenden Auseinandersetzungen belagerten 1399 Heinrich von Plauen und Siegmund von Schönburg die Burg und konnten diese erobern. Schließlich wurde die Burg an Friedrich den Streitbaren verpfändet und nicht wieder eingelöst. So blieb sie sächsisch. Neben Hans von der Kagen, der bis 1447 im Besitz von Stollberg war, finden sich auch die Herren von Schlick und die Herren von Schönberg als Besitzer der Herrschaft. Nachdem Kurfürst August 1564 Stollberg zurückkaufte, sollte die Burg zu einem Jagdschloss ausgebaut werden. Die Pläne blieben jedoch unvollendet. Dennoch widerspiegeln historische Abbildungen ein Schloss mit einem Bergfried, Wehrmauern und einem Eckturm als Befestigung zur Stadt hin.
Durch einen Brand 1602 wurde das Schloss beschädigt und erst 1862 als königlich-sächsische Weiberzuchtanstalt Hoheneck neu errichtet. Fortan bestimmte die Nutzung als Gefängnis das weitere Schicksal des Gebäudes, bis die Justizvollzugsanstalt schließlich Ende 2001 endgültig ihre Funktion verlor. In der Anlage sollen in eine Gedenk- und Begegnungsstätte, eine wissenschaftliche physikalisch-technische Ausstellung sowie Verwaltungs- und Seminarräume geschaffen werden.
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Bildergalerie
Schloss Hoheneck
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Stand: 01.11.2009