Historisches Sachsen
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Beschreibung
Nur wenige Kilometer von Zwickau entfernt errichteten zwischen 1170 und 1180 die Reichsministerialen von Schönburg die Glauchauer Burg auf einem Vorsprung zum steil abfallenden Muldetal. Reste von Palas, Bergfried und Zwingmauern sind noch heute im Ost- und Südflügel des Schlosses zu sehen. Mit der Burg entstand die Herrschaft Glauchau und die Stadt gleichen Namens. Burg Glauchau blieb über Jahrhunderte von Besitzerwechseln verschont und war somit immer in der Hand derer von Schönburg.
Die Geschichte des Schlosses Glauchau ist von vielen Bauperioden geprägt, hatten doch die Schönburgs verschiedene Einnahmequellen erschlossen, um ihren Stammsitz repräsentativ auszubauen und damit ihre politische Macht - insbesondere gegenüber den Wettinern - zu demonstrieren. Heute nun steht auf einem Felsvorsprung an der Mulde das Schloss Hinterglauchau, getrennt nur durch einen verfallenen Wallgraben von Schloss Forderglauchau. Die beiden Bauwerke im Renaissancestil bilden geschichtlich wie architektonisch eine Merkwürdigkeit, die unter anderem auf die Teilung der Herrschaft Schönburg zurückzuführen ist.
Schloss Hinterglauchau geht, wie viele sächsische Schlösser, in seinen Anfängen auf die unregelmäßige Burganlage des 12. Jahrhunderts zurück. Über ihr Aussehen können nur Spekulationen angestellt werden. Wahrscheinlich ist im Mittelalter eine Mehrgliedrigkeit der Spornburg anzunehmen mit einer Bebauung des Nord- und Südflügels sowie einen Ostflügel mit Palas. Im Hinblick auf die gestiegenen Wohn- und Repräsentationsbedürfnisse ließ der Burgherr in den Jahren 1470 bis 1485 seine Burg jedoch in ein spätgotisches Wohnschloss umbauen. Die Vorhangbogenfenster im Ostflügel erinnern noch heute an die architektonischen Formen, die Arnold von Westfalen bereits der Albrechtsburg in Meißen verlieh. Den Graben, der die Schlösser Hinter- und Forderglauchau trennt, legte man an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert an.
Ernst II. von Schönburg ließ in den Jahren 1527-34 das Schloss Hinterglauchau im Stile der Frührenaissance verändern. Nachdem im 18. Jahrhundert der Nordflügel renoviert wurde, zwang der schlechte Bauzustand den Schlossherrn Albert Christian Ernst 1752 bis 1765 auch zum Umbau der Gebäude im barocken Stil.
Oft wird in Sagen über Burgen auch von geheimnisvollen unterirdischen Gängen berichtet, die dem bedrängten Burgherrn eine gefahrlose Flucht ermöglichen sollten. Im Glauchau erhalten diese Sagen einen weiteren Nährboden, denn 13 Meter unter dem Schloss befindet sich ein Gangsystem aus dem Mittelalter. Doch Untersuchungen der sorgfältig in den Stein gehauenen und ausgemauerten Gänge mit Nischen deuten auf die Nutzung als Vorratskeller hin.
Mit der Entstehung des Schlosses Forderglauchau bildete sich eine Doppelanlage heraus. Die hufeisenförmige Dreiflügelanlage des Schlosses Forderglauchau wurde 1527-34 unter dem damaligen Besitzer Ernst II. von Schönburg begonnen. Der Baumeister Andreas Günther errichtete anstelle eines Schlossvorwerkes an der Nordseite den Schlossbau mit Treppenturm und kleinem Eckgebäude. 1603 fügte man im rechten Winkel einen langgestreckten Erweiterungsbau an der Südseite und 1799 zwei Gebäude in Verlängerung des Eckbaus an der Nordseite hinzu. Die Hauptfront des Schlosses Forderglauchau ist durch vier Zwerchhäuser gegliedert. Zwischen 1720-30 erfolgten weitere Umbauten durch Otto Ernst und ab 1752 durch Albert Christian Ernst. Schloss Forderglauchau bildet den Zugang zum Schloss Hinterglauchau.
Bereits 1932-33 stellte Joachim Graf von Schönburg-Glauchau im Schloss Räumlichkeiten für Kunstausstellungen zur Verfügung. In ihnen eröffnete 1940 das Schlossmuseum. Seit Oktober 1991 beherbergt das Schloss Hinterglauchau Möbelstücke des 16. bis 19. Jahrhunderts, Kunst deutscher, französischer, italienischer und niederländischer Meister sowie zwei Kabinettausstellungen mit der Stadt- und Schlossgeschichte.
Im Schloss Forderglauchau befinden sich die Stadt- und Kreisbibliothek "Georgius Agricola", die Galerie "art gluchowe", ein Konzertsaal und die Musikschule des Landkreises Chemnitzer Land.
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Schloss Hinterglauchau
Schloss Forderglauchau
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Stand: 01.11.2009