Historisches Sachsen
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Beschreibung
Wie andere Felsenburgen der Hinteren Sächsischen Schweiz gehörte auch der Arnstein zum Burgsystem der aus Böhmen stammenden Berken von der Duba. Im 14. Jahrhundert bildeten sie ein Herrschaftsgebiet mit der Burg Hohnstein als Machtzentrum. Obwohl die Felsenburgen kaum Annehmlichkeiten boten, hatte sie doch den Vorteil, mit einfachen Mitteln verteidigt werden zu können. Enge und steile Felsklüfte bildeten das Grundgerüst für einfache aber wirkungsvolle Sicherungsanlagen. Holz war das bevorzugte Baumaterial, mit dem sich der oft einzige Zugang schnell versperren ließ. So konnte man auch auf Wälle, Gräben und Ringmauern verzichten, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen. Stets nutzte man aber die vorhandenen Höhlen. Künstlich erweitert bildeten sie den Wohnraum für die Burgbesatzung und das Verlies für Gefangene. Die Burg auf dem Arnstein, früher auch als "slos Arnstein" oder als "Ottendorfer Raubschloss" bezeichnet, war neben der Burg auf dem Neuen Wildenstein eine der bedeutendsten Burgen der Hinteren Sächsischen Schweiz.
Obwohl noch zahlreiche Spuren auf den Felsen vorhanden sind, kann heute keiner genau sagen, wie die Felsenburgen einst aussahen. Als die bekannten Zeichner der Sächsischen Schweiz, wie Ludwig Richter und Adrian Zingg, die Landschaft auf dem Papier festhielten, waren die letzten Überreste der in Holzbauweise errichteten Gebäude bereits abgerissen, Bränden zum Opfer gefallen oder verrottet. Dennoch haben sich Heimatforscher bereits frühzeitig bemüht, die ruinösen Anlagen in Modellen wieder auferstehen zu lassen. So kann auch von der Burg Arnstein ein wirklichkeitsnahes Bild gezeichnet werden.
Die Burganlage war auf zwei Ebenen angeordnet. In einer Kluft konnte die Burgbesatzung von der Unter- zur Oberburg aufsteigen. Das obere Plateau, das durch Klüfte mehrfach untergliedert ist, bildete den Kernbereich. Auf ihm befindet sich die etwa 2 x 2 m große Zisterne, die als Wasserversorgung für den Notfall von entscheidender Bedeutung war. Im Alltag wurde das Wasser jedoch aus dem nahe gelegenen Bach zur Burg geschafft.
Über die kurze Geschichte der Wehranlage gibt es nur wenige Aufzeichnungen. Um 1400 angelegt, gehörte sie Sigmund von Wartenberg, einem böhmischen Adligen. Wie bei anderen Felsenburgen auch, ging vom Arnstein eine ständige Gefahr durch Wegelagerei und Raubüberfälle aus. So einigten sich 1436 Kurfürst Friedrich der Sanftmütige, die Ritterschaft und der Sechsstädtebund auf eine Belagerung. Nach einem zwischenzeitlichen Waffenstillstand gab Sigmund von Wartenberg 1438 schließlich auf und verkaufte die Burg an den Kurfürsten von Sachsen. Nachdem der Arnstein 1441 nochmals in den Händen der Berken von der Duba war, erwarb Sachsen 1451 den Arnstein endgültig zusammen mit der Herrschaft Wildenstein. Der Herrensitz wurde aufgegeben und verfiel.
Von der einstigen Anlage sind noch verschiedene Felsgemächer, Balkenfalse, eine 4,5 m tiefe Zisterne sowie rätselhafte Ritzzeichnungen und reliefartige Gesichter im Fels vorhanden. Zum Besuch der Anlage sollte man festes Schuhwerk tragen, da die Überreste nur durch einen schmalen Wanderpfad zu erreichen sind. Vom Arnstein hat man jedoch einen guten Blick auf den Nationalpark "Sächsische Schweiz".
Neben den als "Raubschloss" bezeichneten Steinen in der Sächsischen Schweiz gab es noch andere Felsen, die im Mittelalter einfache Befestigungsanlagen zum Schutz und zur Verstärkung der Herrschaft Hohnstein-Wildenstein trugen. Die Anlagen, bestehend aus in den Fels eingearbeiteten Räumen, sanken im 15. Jahrhundert aber teilweise zu Raubritternestern herab, wofür sich im Volksmund der Begriff "Raubschloss" erhalten hat.
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Bildergalerie
Aufstieg zum Arnstein
Auf dem Arnstein
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Stand: 01.11.2009